Verhaltenstherapie

Wobei kann die Verhaltenstherapie helfen?

Die VT ist gut geeignet für:

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen: Panikstörungen, Phobien, soziale Ängste, generalisierte Angst
  • Zwänge
  • Symptome nach belastenden und/oder traumatischen Ereignissen
  • Essstörungen
  • chronische Schmerzen
  • körperliche Erkrankungen mit psychischen Begleiterscheinungen
  • chronische Müdigkeit/Erschöpftheit
  • Schlafstörungen
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Drogenmissbrauch
  • Persönlichkeitsstörungen

Was passiert bei einer Verhaltenstherapie?

Die ersten 5 Stunden bezeichnet man als probatorische (prüfende, untersuchende) Phase. Sie und der Therapeut lernen sich kennen. In Gesprächen und mit Fragebögen werden wichtige Informationen zu Ihrer Person und Lebensgeschichte, ihren Symptome, deren Verlauf und Auswirkungen auf den Alltag erhoben. Der Therapeut gibt Ihnen Rückmeldung darüber, wie er die Symptome einschätzt und bespricht mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten und -aussichten. Sie können sich informieren und Fragen stellen. Am Ende dieser Phase entscheiden Sie, ob Sie das Therapieangebot wahrnehmen möchten.

Wenn ja, beginnt die Therapiephase. Als erstes wird ihr Problem genau analysiert: grundlegende, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren und Umweltbedingungen werden gemeinsam gesammelt. Es wird beobachtet, wie diese zusammenspielen und Sie erstellen zusammen mit Ihrem Therapeuten ein individuelles Erklärungsmodell. Danach werden die Therapieziele erarbeitet, mögliche Methoden zur Zielerreichung besprochen und ausgewählt. Die Methoden werden in der Stunde mit dem Therapeuten erlernt und zwischen den Stunden im Alltag von Ihnen umgesetzt. Hierbei gemachte Erfahrungen und Probleme werden in den Sitzungen durchgesprochen. Es wird immer wieder überprüft, inwieweit sich die gewünschten Erfolge eingestellt haben oder ob das Vorgehen angepasst werden muss.

Am Ende der Therapie steht die Rückfallprophylaxe. Es werden nochmals alle wichtigen Informationen, Erkenntnisse und hilfreichen Strategien zusammengetragen und vertieft. Zusätzlich werden vorausschauend hilfreiche Pläne und Strategien für mögliche schwierige Situationen in der Zukunft erarbeitet. Ziel der Verhaltenstherapie ist es, dass Sie mit Ihren Problemen eigenständig umgehen können und sich ihre Lebensqualität steigert.


Was sind Methoden der Verhaltenstherapie?


Die Methoden der VT sind vielfältig, da man versucht, für jedes Störungsbild und jede Person das genau Passende anzubieten.

Möglichkeiten sind:

  • soziales Kompetenztraining (z.B. Nein sagen lernen, Kontakte aufbauen, sich durchsetzen...)
  • Angstbewältigungsstrategien
  • Übungen zur Erhöhung des Selbstwertes und der Selbstfürsorge
  • Übungen zum Umgang mit Gefühlen, Bedürfnissen und Grenzen
  • Problemlösetraining
  • Aufbau von Motivation, Wille und Durchhaltevermögen
  • Konfrontative Methoden
  • Stressmanagement
  • Entspannungsverfahren

Wie lange dauert eine Verhaltenstherapie?

Eine Sitzung dauert 50 min und findet in der Regel einmal wöchentlich statt. Bei Bedarf können Sitzungen zusammengelegt werden. Am Ende einer Therapie finden die Sitzungen meist in größeren zeitlichen Abständen statt, um die selbständige Umsetzung des Gelernten zu fördern und im Alltag zu etablieren.

Zunächst finden 5 probatorische Sitzungen statt, in der eine genaue Diagnostik erfolgt und ein Therapieplan erstellt wird. Die Länge der Therapie hängt von Art und Schwere der Symptomatik ab. Eine Kurzzeittherapie dauert 25 Therapiesitzungen, bei schwereren Symptomen wird die Therapie bedarfsorientiert verlängert. Eine Verhaltenstherapie dauert selten länger als 80 Stunden.


Was kostet eine Verhaltenstherapie?


Die Höhe des Honorars richtet sich generell nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) bzw. Psychotherapeuten (GOP). Es bestehen jedoch Unterschiede, welche Therapeuten zugelassen sind und wie viele Sitzungen von den Krankenkassen bezahlt werden.

Gesetzlich Versicherte

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die ersten 5 probatorischen Sitzungen. Danach schreibt der Therapeut einen anonymisierten Bericht an einen Gutachter, in dem die Symptomatik und der Behandlungsplan dargelegt wird. Wenn der Gutachter die Bewilligung der Therapie empfiehlt, übernimmt die Krankenkasse die weiteren Kosten bis zu max. 80 Stunden.

Eine weitere Voraussetzung für die Kostenübernahme der Krankenkassen ist, dass die Therapie bei einem "niedergelassenem", d.h. mit Ihnen in einem Abrechnungsvertrag stehendem, Psychotherapeuten stattfindet. Die Zahl dieser Therapeuten wird allerdings von den Kassen so stark begrenzt, dass es in vielen Gebieten zu einer Unterversorgung und langen Wartezeiten für die Patienten kommt.

Damit alle Patienten ausreichend versorgt werden, sind die Krankenkassen dazu verpflichtet, im Falle unzumutbarer Wartezeiten die Behandlungskosten bei einem gleichwertig qualifizierten Therapeuten ohne Abrechnungsvertrag im sog. "Kostenerstattungsverfahren" zu übernehmen (§13, Abs. 3, SGB V). Dies sollte geschehen, wenn Sie sich bei mindestens drei "niedergelassenen" Therapeuten gemeldet haben und die Wartezeit 3 Monate übersteigt. Falls Sie durch Ihre Erkrankung sehr stark beeinträchtigt oder gefährdet sind, verkürzt sich die zumutbare Wartezeit. Leider lässt das Gesetz einen gewissen Spielraum zu, so dass die ganz genauen Bedingungen zur Kostenübernahme jedes Mal mit der jeweiligen Kasse geklärt werden müssen. 

Ich arbeite mit gesetzliche Versicherten im Kostenerstattungsverfahren. Einen Antrag auf die Übernahme der Kosten für Ihre Krankenkasse sende ich Ihnen gerne zu. Falls Sie hierzu Fragen haben, können wir diese telefonisch oder per e-mail klären.

Privatpatienten / Beihilfe-Berechtigte

Bei privat Versicherten Patienten hängt die Kostenübernahme von den individuell geschlossenen Versicherungsverträgen ab und ist von Kasse zu Kasse sehr unterschiedlich. 

Bitte erkundigen Sie sich vor Therapieaufnahme nach den für Sie gültigen Bedingungen. Falls Sie mich zunächst kennenlernen und sich bezüglich einer Therapieaufnahme ausführlicher beraten lassen möchten, können wir gerne einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren.

Selbstzahler

Falls Sie Ihre Krankenkasse nicht um die Kostenübernahme bitten möchten oder die Krankenkasse die Kostenübernahme ablehnt, können Sie die Therapie privat bezahlen. Im Erstgespräch lernen wir uns kennen und können die Therapieinhalte und den Umfang klären.

Wenn Sie Interesse an einer Psychotherapie haben, freue ich mich über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.